Der Verlust des Arbeitsplatzes, eine Scheidung, ein Ratenkauf zuviel - plötzlich schnappt die Schuldenfalle zu.

Seit der Einführung des sog. Verbraucherinsolvenzverfahrens besteht auch für Privatpersonen die Möglichkeit, sich von ihren Schulden zu befreien und dadurch einen wirtschaftlichen Neuanfang zu schaffen.

Der Ablauf des Verbraucherinsolvenzverfahrens ist in drei Stufen unterteilt.

1. Stufe: Außergerichtliches Schuldenregulierungsverfahren

Bevor die Eröffnung des gerichtlichen Verfahrens beantragt werden kann, muss der Versuch einer außergerichtlichen Schuldenregulierung unternommen werden.

Dazu ist es erforderlich, dass allen Gläubigern ein Schuldenregulierungsplan zur Stellungnahme übermittelt wird.

Kann auf der Grundlage dieses Planes keine außergerichtliche Einigung mit den Gläubigern erzielt werden - dazu genügt es, dass nur einer der Gläubiger mit dem Plan nicht einverstanden ist - steht der Weg offen für die zweite Stufe.

2. Stufe: Gerichtliches Verfahren

Mit dem Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens beim zuständigen Insolvenzgericht beginnt das gerichtliche Verfahren.

Das Insolvenzgericht stellt den Gläubigern einen gerichtlichen Schuldenregulierungsplan zu. Für den Fall, dass der eine oder andere Gläubiger auch dem gerichtlichen Plan nicht zustimmt, kann das Gericht die erforderliche Zustimmung ersetzen, wenn der Großteil der Gläubiger damit einverstanden war.

Sollte dieses gerichtliche Schuldenregulierungsverfahren ebenfalls scheitern, dann beginnt das eigentliche - vereinfachte - Insolvenzverfahren.

Die dabei entstehenden Verfahrenskosten können auf Antrag vom Gericht gestundet werden, müssen also nicht im Voraus gezahlt werden.

Das Insolvenzgericht bestellt einen Insolvenzverwalter, der als Treuhänder von nun an das Vermögen des Schuldners verwaltet. Dieser Treuhänder belässt dem Schuldner die pfändungsfreien Einkünfte und verteilt die darüber hinausgehenden Einnahmen an die Gläubiger.

3. Stufe: Restschuldbefreiung

Das eigentliche Ziel des gerichtlichen Verbraucherinsolvenzverfahrens ist in den meisten Fällen die Restschuldbefreiung.

Diese wird vom Insolvenzgericht regelmäßig erteilt, wenn folgende Voraussetzungen vorliegen:

a. Ein entsprechender Antrag muss gestellt sein (sollte bereits mit dem Antrag auf Eröffnung des Verbraucherinsolvenzverfahrens gestellt werden).

b. Versagungsgründe dürfen nicht vorliegen (es darf bspw. keine Verurteilung wegen einer Insolvenzstraftat erfolgt sein).

c. Während der sechsjährigen Wohlverhaltenszeit muss sich der Schuldner um eine angemessene Erwerbstätigkeit bemühen (dies muss dem Gericht ggf. durch Vorlage von Bewerbungen nachgewiesen werden).


Gerne bereiten wir auch Ihr Insolvenzverfahren vor. Dabei spielt es keine Rolle, ob Sie selbständig, erwerbstätig oder arbeitssuchend sind oder waren.